Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen angezeigt.
| Nächste Überarbeitung | Vorhergehende Überarbeitung | ||
|
de:experiments:enchanting_fallow:start [2020/07/15 07:45] rolf angelegt |
de:experiments:enchanting_fallow:start [2020/07/16 12:28] (aktuell) jonas |
||
|---|---|---|---|
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
| ====== Zauber der Brache ====== | ====== Zauber der Brache ====== | ||
| + | |||
| + | //Insekten brauchen Nahrungs- und Nistplätze in ausreichender Vielfalt, Qualität und | ||
| + | Verbundenheit. Während des komplexen Lebenszyklus bedarf es jeweils verschiedener | ||
| + | Lebensräume für Fortpflanzung, | ||
| + | Je mehr Strukturvielfalt es in einer Landschaft gibt, desto eher finden Insekten dort geeignete | ||
| + | Lebensbedingungen und Lebensräume.// | ||
| + | |||
| + | |||
| + | ===== Lebensräume für Schmetterlinge ===== | ||
| + | |||
| + | Viele Insektenarten sind in den letzten Jahrzehnten ihrer Lebensgrundlage beraubt– durch | ||
| + | erhöhte Bewirtschaftungsintensität des Grünlands, den Verlust von Brachflächen, | ||
| + | von Kleinstrukturen in der Agrarlandschaft (wie Raine, Hecken, blüten- und kräuterreiche Säume | ||
| + | und Feuchtstellen), | ||
| + | nicht landwirtschaftliche Inanspruchnahme. | ||
| + | |||
| + | Tagfalterarten sind sehr gute Bioindikatoren. Schützt man die empfindlichsten und | ||
| + | schutzbedürftigsten Arten eines Anspruchstyps durch die Verbesserung ihrer Lebensräume, | ||
| + | werden auch andere habitatstypische Arten gefördert. | ||
| + | |||
| + | Terrestrische Mikrohabitate sind Lebensräume auf kleinstem Raum, die sich durch ein eigenes | ||
| + | Mikroklima (Temperatur, | ||
| + | Beschaffenheit des Bodens (z.B. auch der Anteil an Rohboden), der Art, Dichte und Höhe der dort | ||
| + | wachsenden Pflanzen sowie von den vorherrschenden Lichtverhältnissen (Verschattung) | ||
| + | bestimmt wird. | ||
| + | |||
| + | Viele Schmetterlingsarten bevorzugen oft ein warm-trockenes Mikroklima und legen ihre Eier an | ||
| + | jungen Wirtspflanzen wie z.B. Doldenblütler wie z.B. Dill, Pastinak, Wilde Möhre über Rohboden | ||
| + | oder Schottergestein, | ||
| + | bevorzugtes warm-trockenes Mikroklima schafft . | ||
| + | |||
| + | Manche Schmetterlinge saugen auch auf nasser Erde oder an Pfützen, um gelöste Mineralstoffe | ||
| + | aufzunehmen. Das Belassen von unversiegelten Flächen bieten Möglichkeiten. | ||
| + | |||
| + | |{{: | ||
| + | |||
| + | Mit Drohnen können Mikrohabitate genauer untersucht werden. Die gewonnenen Informationen | ||
| + | können dann bei der ökologischen Feldforschung für größere Flächen verwendet werden, so dass | ||
| + | Vorhersagen beispielsweise über die Eignung für die Schmetterlings-Eiablage in einer Landschaft | ||
| + | abgeleitet werden können. Mithilfe der Methode der Überbrückung von Skalen (fein bis groß) kann | ||
| + | auch die Wirksamkeit von Naturschutzmaßnahmen eingeschätzt und überprüfbar werden. So | ||
| + | können auch Aussagen über die Ökosystemfunktionsfähigkeit einer Landschaft gemacht werden. | ||
| + | |||
| + | ===== Entwicklung der Brache ===== | ||
| + | |||
| + | Die Struktur der Vegetation ist besonders bedeutsam für das Artvorkommen bei Insekten. Ein | ||
| + | Nebeneinander aller Sukzessionsstadien ist notwendig. | ||
| + | |||
| + | Aus dem Ausgangsstadium eines vegetationsfreien, | ||
| + | eigenständig ohne regulierenden Eingriff über verschiedene Zwischenstadien ein stabiles | ||
| + | Endstadium einer Biozönose (Pflanzen, Tiere, Pilzgesellschaft - Klimaxgesellschaft ), die an die | ||
| + | standortspezifischen Umweltfaktoren (Klima, Boden) angepasst ist. Sofern es die Umweltfaktoren | ||
| + | zulassen und keine weiteren Störungen erfolgen, entwickeln sich in diesen Breiten brachliegende, | ||
| + | sich selbst überlassene Sukzessionsflächen in Abfolge (Primär- und Sekundärsukzession) über | ||
| + | neubesiedelnde Pioniere, wie Prokaryoten, | ||
| + | Gebüsch- bis hin zu Waldbeständen. Konkurrenzschwache Arten werden mit der Zeit durch | ||
| + | konkurrenzstarke Arten verdrängt. | ||
| + | |||
| + | Oft wird diese Entwicklung z.B. durch Sturm, Brand, Steinschlag, | ||
| + | Pflügarbeiten oder Rodungen gestört oder verändert. So entstehen neue, „gestörte“ Flächen. | ||
| + | |||
| + | Gestörte Strukturen in Ökosystemen sind häufig positiv und zum Erhalt vieler, und hier | ||
| + | insbesondere der sehr stark gefährdeten Falterarten zwingend notwendig. | ||
| + | |||
| + | Notwendig wären die Wiederschaffung von extensiven Nutzungsformen, | ||
| + | verschiedenen Nutzungen und auch Nutzungsterminen und ungeregelten Nutzungskomponenten. | ||
| + | Hierdurch würden wichtige Störstellen geschaffen (in Wäldern und auf Grenzertragsstandorten | ||
| + | oder auch auf kommunalen Grünflächen oder in privaten Gärten). | ||
| + | |||
| + | |{{: | ||
| + | |||
| + | ===== Was der Einzelne tun kann: ===== | ||
| + | |||
| + | Lassen Sie auch in Ihrem Umfeld Strukturvielfalt, | ||
| + | wie im Großen. Geben Sie Ruderalflächen, | ||
| + | oder legen Sie selbst Bracheinseln an. Lassen Sie Verwilderung zu, Laub, Wurzelstöcke, | ||
| + | abgestorbene Pflanzenteile liegen. Steinhaufen, | ||
| + | oder Erdlöcher bieten wichtige Mikrostrukturen für viele Insekten. | ||
| + | |||
| + | Dann ermöglichen Sie zauberhafte, | ||
| + | Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt (Biodiversität). | ||
| + | |||
| + | **Quellen: | ||
| + | |||
| + | * Fartmann, T. & G.Hermann (Hrsg.) (2006): Larvalökologie von Tagfaltern und Widderchen in Mitteleuropa. | ||
| + | * Weidemann, H.J (1989a): Die Bedeutung von Sukzession und „Störstellen“ für den Biotopschutz bei Schmetterlingen | ||
| + | * www.lbv.de | ||