Abfallplanet

Die Erde versinkt im Müll

Die Erde kann ein gewisses Maß an Verschmutzung, wozu auch die CO2-Emissionen gehören, wieder ausgleichen. Das Global Footprint Network (GFN) hat allerdings ausgerechnet, dass, wenn alle Menschen auf der Erde so leben würden wie wir in Deutschland, wir dafür 3 Erden bräuchten. Dabei ist die Verschmutzung des Ökosystems Erde mit Plastik noch nicht einmal berücksichtigt. Denn bis eine Plastiktüte vollständig zerfallen ist, kann es, je nach eingesetztem Kunststoff, zwischen 100 und 500 Jahren dauern. Zwischen 1950 und 2015 sind weltweit 8,3 Milliarden Tonnen Kunststoff produziert worden. Davon lagern 4,9 Milliarden Tonnen auf Deponien oder in der Umwelt. Offiziell beträgt die Recyclingquote in Deutschland 40%, davon landet ein Drittel in den Empfängerländern für Müllexporte. Sie werden dort nur zum Teil recycelt, und landen nicht selten auf schlecht abgeschirmten Mülldeponien. Interessanterweise werden sie aber in der Statistik des Umweltbundesamtes unter der Rubrik „recycelt“ geführt. In der Umwelt werden Kunststoffe mechanisch zerrieben zu sogenanntem Mikroplastik. Je kleiner diese Mikroplastik-Teilchen sind, desto leichter und tiefer dringen sie in Organismen ein, auch in den menschlichen Organismus. Eine Studie im Auftrag des WWF hat ergeben, dass jeder Mensch pro Woche bis zu 5 g Mikroplastik aufnimmt, das entspricht etwa einer Plastik-Kreditkarte. Besonders fein zerriebenes Mikroplastik nennt man auch Nanoplastik, welches aufgrund seiner geringen Größe sogar in menschliche und tierische Zellen eindringen kann. Die Folgen sind bisher noch weitgehend unbekannt.

Quelle: Tagesschau.de

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